Läufigkeit beim Hund: Anzeichen, Dauer & was tun

Läufigkeit beim Hund: Wann sie beginnt, wie lange sie dauert, was normal ist – und wann du sofort zum Tierarzt musst. Mit Kosten & Phasentabelle.

Deine Hündin verhält sich plötzlich anders — sie ist unruhig, leckt sich häufiger im Scheidenbereich, und du entdeckst rötliche Flecken auf dem Hundebett. Wahrscheinlich hat sie ihre erste oder nächste Läufigkeit. Was genau jetzt in ihrem Körper passiert, wie lange das dauert, und worauf du wirklich achten musst — das erfährst du hier.

Das Wichtigste auf einen Blick
  1. Nicht gefährlich, aber bedeutsam: Läufigkeit ist ein normaler Zyklus, kann aber ohne Kastration zu ernsthaften Komplikationen wie Pyometra führen.
  2. Dauer: Ein vollständiger Zyklus dauert im Schnitt 3–4 Wochen (Proöstrus + Östrus), der Gesamtzyklus mit Ruhephase 6–12 Monate.
  3. Erste Läufigkeit: Je nach Rasse zwischen 6 Monaten (kleine Rassen) und 24 Monaten (große Rassen).
  4. Fruchtbarkeit: Deine Hündin ist nur in einem kurzen Fenster innerhalb des Östrus empfängnisbereit — aber dieses Fenster ist schwer vorherzusagen.
  5. Schmerzen: Leichte Beschwerden sind möglich, starke Schmerzen sind kein normales Zeichen.
  6. Handlungsbedarf: Kein Notfall — aber du solltest wissen, wann ein Tierarztbesuch nötig ist.

Was bei der Läufigkeit im Körper deiner Hündin passiert

Läufigkeit ist kein Hunde-Äquivalent zur menschlichen Menstruation — das ist ein weit verbreitetes Missverständnis. Der Mechanismus ist grundlegend anders. Bei der Hündin wird die Gebärmutterschleimhaut nicht abgestoßen, sondern aufgebaut. Der Blutabgang in der ersten Phase kommt aus der Gebärmutterwand, die sich auf eine mögliche Trächtigkeit vorbereitet.

Gesteuert wird der gesamte Zyklus über die sogenannte Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse. Vereinfacht: Das Gehirn gibt Signale, die Eierstöcke reagieren mit Östrogen und später Progesteron — und diese Hormone steuern alles, was du von außen siehst und was deine Hündin fühlt.[1]

Eine Besonderheit beim Hund: Progesteron bleibt nach dem Eisprung wochenlang erhöht — egal ob eine Trächtigkeit eingetreten ist oder nicht.[1] Das erklärt, warum viele Hündinnen nach der Läufigkeit Anzeichen einer Scheinschwangerschaft zeigen, und warum Pyometra (eine Gebärmutterentzündung) so häufig in den Wochen nach der Läufigkeit auftritt.

Die vier Phasen des Zyklus

Der Zyklus der Hündin besteht aus vier Phasen. Was die meisten „Läufigkeit“ nennen, umfasst eigentlich nur die ersten zwei.

Phase Dauer Was passiert Was du siehst
Proöstrus 7–10 Tage Östrogen steigt, Gebärmutter baut sich auf, Follikel reifen Schwellung der Vulva, blutiger Ausfluss, Hündin zieht Rüden an — lässt sie aber nicht ran
Östrus 5–14 Tage Eisprung, Progesteron steigt, Hündin ist empfängnisbereit Ausfluss wird heller (strohfarben bis rosa), Hündin „steht“ (Standhitze), duldet Rüden
Diöstrus 60–90 Tage Progesteron dominiert — bei Trächtigkeit und ohne Keine sichtbaren Zeichen, ggf. Scheinschwangerschaft
Anöstrus 2–5 Monate Ruhephase, Hormonspiegel niedrig Keine Symptome

Der Übergang von Proöstrus zu Östrus — also der Moment, ab dem deine Hündin tatsächlich empfängnisbereit ist — lässt sich von außen kaum zuverlässig bestimmen. Vaginalzytologie allein reicht dafür nicht aus; erst eine Progesteronmessung gibt zuverlässige Auskunft über den Zeitpunkt des Eisprungs.[4]

Anzeichen: Woran du die Läufigkeit erkennst

Die Symptome variieren stark zwischen einzelnen Hündinnen — manche zeigen deutliche Zeichen, andere kaum welche. Das macht es manchmal schwer, den Beginn zu erkennen.

  • Geschwollene Vulva: Oft das erste sichtbare Zeichen, beginnt bereits vor dem Blutabgang
  • Blutiger Ausfluss: Hellrot bis dunkelrot, Menge variiert stark — von kaum sichtbar bis deutlich
  • Häufiges Lecken im Genitalbereich: Hündinnen halten sich oft selbst sauber, was den Ausfluss weniger sichtbar macht
  • Verändertes Verhalten: Unruhe, erhöhte Aufmerksamkeit gegenüber Rüden, manchmal Anhänglichkeit oder Rückzug
  • Häufigeres Urinieren: Dient der Duftmarkierung — Hormone im Urin signalisieren Rüden die Läufigkeit
  • Standhitze: Im Östrus dreht die Hündin beim Berühren des Rückens den Schwanz zur Seite (Rutenreflex) und duldet die Paarung

Der Ausfluss verändert sich im Verlauf: Im Proöstrus ist er dunkelrot und dickflüssig, im Östrus wird er heller und wässriger. Dieser Farbwechsel ist ein Hinweis auf den Übergang zur fruchtbaren Phase — aber kein verlässlicher Indikator für den genauen Eisprungzeitpunkt.[3]

Wann beginnt die erste Läufigkeit?

Das hängt stark von der Rasse ab. Kleine Rassen wie Chihuahuas können bereits mit 6 Monaten ihre erste Läufigkeit haben, große Rassen wie Irische Wolfshunde manchmal erst mit 18–24 Monaten. Ein grober Richtwert:

Rassegröße Erste Läufigkeit Zyklusfrequenz
Kleine Rassen (unter 10 kg) 6–10 Monate Alle 4–6 Monate
Mittelgroße Rassen (10–25 kg) 8–12 Monate Alle 6–8 Monate
Große Rassen (über 25 kg) 12–24 Monate Alle 8–12 Monate

Beim Chihuahua ist die erste Läufigkeit oft besonders kurz und symptomarm — viele Halter verpassen sie. Gleichzeitig haben kleine Rassen häufiger Zyklen als große, was die Gesamtbelastung über ein Hundeleben erhöht.

Die erste Läufigkeit ist kein Zeichen der Geschlechtsreife im Sinne von Zuchtreife. Tierärzte empfehlen in der Regel, mindestens eine bis zwei Läufigkeiten abzuwarten, bevor eine gezielte Zucht stattfindet — der Körper der Hündin ist vorher noch nicht vollständig ausgewachsen.

Wie lange dauert die Läufigkeit?

Die häufig genannte „3 Wochen“ ist ein Richtwert — aber die tatsächliche Spanne ist größer. Proöstrus und Östrus zusammen dauern bei den meisten Hündinnen zwischen 2 und 4 Wochen. Einzelne Hündinnen liegen darunter oder deutlich darüber.

7–10 Tage Dauer Proöstrus (blutiger Ausfluss, keine Paarungsbereitschaft) Canine Reproductive Physiology, 2016

5–14 Tage Dauer Östrus (Standhitze, Empfängnisbereitschaft) Preovulatory progesterone secretion, Polish J Vet Sci 2018

6–12 Monate Gesamtzykluslänge (Anöstrus eingeschlossen) Canine Reproductive Physiology, 2016

Das Ende der Standhitze wird durch den Anstieg von Progesteron ausgelöst — dieses Hormon beendet aktiv das Paarungsverhalten der Hündin.[3] Danach beginnt der Diöstrus, der von außen unsichtbar ist, aber hormonell noch Monate andauert.

Standhitze: Das fruchtbare Fenster

„Standhitze“ bezeichnet den Zeitraum, in dem deine Hündin einen Rüden duldet und empfängnisbereit ist. Sie beginnt typischerweise 7–10 Tage nach dem ersten Blutabgang und dauert 5–14 Tage.

Das Problem: Von außen ist der Beginn der Standhitze schwer zu erkennen. Der Rutenreflex (Schwanz zur Seite drehen beim Berühren des Rückens) ist ein Hinweis, aber kein zuverlässiger Marker für den Eisprung. Wer den genauen Zeitpunkt kennen muss — für Zucht oder um eine ungewollte Trächtigkeit zu verhindern — braucht eine Progesteronmessung beim Tierarzt.[4]

Für die Praxis bedeutet das: Wenn du eine ungewollte Trächtigkeit verhindern willst, reicht es nicht, nur die sichtbare Läufigkeit zu beobachten. Rüden können die Hündin bereits im Proöstrus anspringen und im frühen Diöstrus noch befruchten. Das Sicherheitsfenster ist deutlich größer als die sichtbare Blutungsphase.

Verhalten während der Läufigkeit

Viele Hündinnen verändern ihr Verhalten spürbar — manche werden anhänglicher, andere ruhiger, wieder andere unruhig und schwer zu beschäftigen. Das ist hormonell bedingt und normal.

Was du konkret beobachten kannst:

  • Stärkeres Interesse an Rüden (auch durch Zäune oder auf Distanz)
  • Häufigeres Urinieren und Markieren — auch bei Hündinnen die das sonst nicht tun
  • Veränderte Fressfreude (kann zu- oder abnehmen)
  • Mehr Putzbedarf im Genitalbereich
  • Gelegentlich Aggressivität gegenüber anderen Hündinnen

Gonadalhormone haben nachweislich Einfluss auf Angst und Aggressionsverhalten bei Hündinnen — Hündinnen mit längerer Hormonexposition zeigen insgesamt weniger Angst und unerwünschte Verhaltensweisen.[10] Das ist ein Argument, das in der Kastrationsdebatte eine Rolle spielt.

Tut die Läufigkeit weh?

Leichte Beschwerden sind möglich und bei manchen Hündinnen zu beobachten — ähnlich wie Menstruationsbeschwerden beim Menschen, aber nicht direkt vergleichbar. Typische Zeichen für leichte Beschwerden sind: Rückzug, leichte Unruhe, häufigeres Lecken, gelegentliches Winseln.

Starke Schmerzen, anhaltende Lethargie, Erbrechen oder Fieber sind kein normales Zeichen der Läufigkeit. Das sind Alarmsymptome.

Pyometra: Die gefährlichste Komplikation

Pyometra ist eine Gebärmutterentzündung, die in den Wochen nach der Läufigkeit auftreten kann — typischerweise innerhalb von vier Monaten nach dem Ende des Östrus.[8] Sie entsteht, weil Progesteron die Gebärmutter auf eine Trächtigkeit vorbereitet und dabei das Immunsystem der Gebärmutterschleimhaut unterdrückt. Bakterien können sich dann ungehindert vermehren.

Es gibt zwei Formen: Bei der offenen Pyometra fließt Eiter ab — du siehst einen übelriechenden, gelblich-grünen Ausfluss. Bei der geschlossenen Pyometra ist der Gebärmutterhals verschlossen, der Eiter staut sich auf. Die geschlossene Form ist gefährlicher, weil die Symptome subtiler sind.

Pyometra ist ein Notfall. Ohne Behandlung kann sie innerhalb von Tagen zum Tod führen. Die sicherste Behandlung ist die operative Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken.[8]

Was tun während der Läufigkeit — praktische Maßnahmen

  • Läufigkeitshöschen: Schützt Möbel und Böden vor Blutflecken — kein Muss, aber praktisch. Wichtig: Regelmäßig wechseln und auf Hautreizungen achten.
  • Leine immer: Auch wenn deine Hündin sonst zuverlässig bei dir bleibt — in der Läufigkeit kann der Trieb stärker sein als das Training.
  • Kontakt mit Rüden vermeiden: Auch kastrierte Rüden können Stress verursachen. Vollständige Trennung ist sicherer als Aufsicht.
  • Regelmäßige Kontrolle: Ausfluss täglich beobachten — Farbe, Konsistenz, Geruch. Veränderungen früh erkennen.
  • Ruhigere Spaziergänge: Manche Hündinnen sind erschöpfter als sonst. Auf ihre Signale achten.
  • Kein Baden während der Läufigkeit: Erhöhtes Infektionsrisiko durch geöffneten Gebärmutterhals — wenn nötig, nur trockene Reinigung
  • Keine Hundewiesen oder Parks ohne Aufsicht: Rüden finden läufige Hündinnen auch über große Distanzen
  • Keine Hormonspritzen ohne tierärztliche Beratung: Progestin-haltige Präparate erhöhen langfristig das Pyometra-Risiko

Läufigkeit unterdrücken oder verhindern

Es gibt medizinische Möglichkeiten, die Läufigkeit zu unterdrücken oder den Zyklus zu verschieben. Das kann sinnvoll sein — zum Beispiel wenn eine Reise oder ein Wettkampf in die Läufigkeit fällt, oder wenn du die Kastration planst, aber noch warten willst.

Die wichtigsten Optionen:

Methode Wirkung Risiken Verfügbarkeit
Deslorelin-Implantat (GnRH-Agonist) Unterdrückt Läufigkeit langfristig; in Studien bei 81 % der Hündinnen wirksam Gewichtszunahme, gelegentlich Scheinschwangerschaft; kurze Stimulationsphase direkt nach Implantation möglich Zugelassen in Deutschland (Suprelorin)
Progestagene (z. B. Medroxyprogesteronacetat) Kurz- bis mittelfristige Unterdrückung Erhöhtes Pyometra-Risiko, Gewichtszunahme, Diabetes-Risiko bei Langzeitanwendung Nur nach tierärztlicher Verordnung
Kastration (OHE) Dauerhaft — kein Zyklus mehr Irreversibel; mögliche Verhaltensveränderungen bei früher Kastration Standardeingriff

Deslorelin-Implantate haben in Langzeitstudien bei 81 % der behandelten Hündinnen die Läufigkeit dauerhaft unterdrückt, mit überwiegend milden Nebenwirkungen.[7] Sie gelten als sinnvolle Alternative zur Kastration für Hündinnen, bei denen eine spätere Zucht noch geplant ist.

Progestagene sind wirksam, aber wegen des erhöhten Pyometra-Risikos bei Langzeitanwendung nicht die erste Wahl.[6]

Ausbleibende Läufigkeit — wann ist das ein Problem?

Wenn deine Hündin bis zum 24. Lebensmonat noch keine Läufigkeit gezeigt hat, ist eine tierärztliche Abklärung sinnvoll. Mögliche Ursachen sind hormonelle Störungen, anatomische Besonderheiten oder — bei sehr kleinen Hündinnen — eine sehr unauffällige Läufigkeit, die du schlicht verpasst hast.

Auch wenn eine Hündin plötzlich deutlich längere Abstände zwischen den Läufigkeiten hat oder die Läufigkeit nach mehreren regelmäßigen Zyklen ausbleibt, lohnt sich ein Gespräch mit dem Tierarzt. Schilddrüsenerkrankungen oder andere Hormonstörungen können den Zyklus beeinflussen.

Läufigkeit und Schwangerschaft

Eine ungewollte Trächtigkeit ist eine der häufigsten Sorgen während der Läufigkeit. Wenn eine Paarung stattgefunden hat oder du dir unsicher bist, ob ein Kontakt mit einem Rüden zur Befruchtung geführt hat: Warte nicht ab. Ein Tierarzt kann innerhalb der ersten Tage nach einer möglichen Paarung eine „Notfallverhütung“ mit Aglepriston (einem Progesteronantagonisten) einleiten. Das Zeitfenster ist begrenzt.

Wenn du eine Trächtigkeit festgestellt hast und diese nicht fortführen willst, gibt es ebenfalls medikamentöse Möglichkeiten — aber auch hier gilt: Je früher, desto besser und sicherer.

Was kostet der Tierarztbesuch rund um die Läufigkeit?

Leistung Kosten (ca.)
Beratungsgespräch Läufigkeit 30–60 €
Progesteronmessung (Blut) 40–80 € pro Messung
Vaginalzytologie 30–60 €
Deslorelin-Implantat (inkl. Einsetzen) 150–300 €
Kastration (OHE) kleine Hündin 300–600 €
Kastration (OHE) große Hündin 500–900 €
Pyometra-Operation (Notfall) 800–2.000 € je nach Schwere

Die Kosten variieren je nach Region und Praxis. Praxen in Großstädten liegen oft am oberen Rand. Eine Tierkrankenversicherung kann sich gerade bei Hündinnen lohnen, da Pyometra zu den häufigsten und teuersten Notfällen gehört.

Wie lange dauert die Läufigkeit beim Hund?

Die aktive Läufigkeit — also Proöstrus und Östrus zusammen — dauert bei den meisten Hündinnen 2–4 Wochen. Der Proöstrus mit dem blutigen Ausfluss dauert typischerweise 7–10 Tage, der Östrus mit der Standhitze 5–14 Tage. Der Gesamtzyklus inklusive der Ruhephase (Anöstrus) beträgt 6–12 Monate.

Wann ist meine Hündin in der Läufigkeit fruchtbar?

Die fruchtbare Phase beginnt mit dem Östrus — typischerweise 7–10 Tage nach dem ersten Blutabgang. Sie endet mit dem Abklingen der Standhitze. Das genaue Fenster lässt sich von außen kaum bestimmen; eine Progesteronmessung beim Tierarzt gibt zuverlässige Auskunft über den Eisprungzeitpunkt.

Wann hat ein Chihuahua die erste Läufigkeit?

Kleine Rassen wie Chihuahuas haben ihre erste Läufigkeit oft früh — zwischen 6 und 10 Monaten. Die erste Läufigkeit ist bei Chihuahuas häufig sehr unauffällig: wenig Ausfluss, kurze Dauer. Viele Halter verpassen sie. Danach folgen Zyklen alle 4–6 Monate.

Tut die Läufigkeit dem Hund weh?

Leichte Beschwerden sind möglich und bei manchen Hündinnen zu beobachten — Unruhe, Rückzug, häufigeres Lecken. Starke Schmerzen, Erbrechen, Fieber oder ausgeprägte Lethargie sind kein normales Zeichen der Läufigkeit und sollten tierärztlich abgeklärt werden.

Was ist Standhitze?

Standhitze bezeichnet den Zeitraum im Östrus, in dem deine Hündin einen Rüden duldet und aktiv empfängnisbereit ist. Typisches Zeichen ist der Rutenreflex: Berührst du den Rücken der Hündin, dreht sie den Schwanz zur Seite. Die Standhitze dauert 5–14 Tage und endet mit dem Anstieg von Progesteron.

Wie häufig kommt die Läufigkeit?

Das hängt von der Rasse ab. Kleine Rassen haben oft alle 4–6 Monate eine Läufigkeit, mittelgroße Rassen alle 6–8 Monate, große Rassen alle 8–12 Monate. Manche Hündinnen — besonders Basenji — haben nur einmal im Jahr einen Zyklus.

Kann ich die Läufigkeit meiner Hündin unterdrücken?

Ja. Die gängigsten Optionen sind das Deslorelin-Implantat (GnRH-Agonist, in Deutschland zugelassen, unterdrückt die Läufigkeit langfristig bei etwa 81 % der Hündinnen) und Progestagene (wirksam, aber mit höherem Nebenwirkungsprofil). Die dauerhafte Lösung ist die Kastration. Welche Option passt, hängt von Alter, Gesundheit und Zuchtplänen ab — das besprichst du am besten mit deinem Tierarzt.

Meine Hündin hatte noch keine Läufigkeit — was tun?

Wenn deine Hündin bis zum 12. Lebensmonat (kleine Rasse) oder 24. Lebensmonat (große Rasse) noch keine Läufigkeit gezeigt hat, ist eine tierärztliche Abklärung sinnvoll. Manche Hündinnen haben sehr unauffällige Zyklen, die leicht übersehen werden. Hormonelle Störungen oder anatomische Besonderheiten sind ebenfalls möglich.

Quellen

  1. Selected Comparative Aspects of Canine Female Reproductive Physiology. Literature Review. 2016.
  2. Multimodal Approaches for Canine Estrus Detection Through Vaginal Electrical Resistance, Vaginal Cytology, Vaginoscopy and Progesterone Profile. The Indian Journal of Animal Reproduction. 2026.
  3. Preovulatory progesterone secretion terminates the duration of reproductive behavior during heat in the bitch. Polish Journal of Veterinary Sciences. 2018.
  4. Canine ovulation timing: A survey on methodology and an assessment on reliability of vaginal cytology. Reproduction in Domestic Animals. 2018.
  5. Blood periovulatory progesterone quantification using different techniques in the dog. Animal Reproduction Science. 2018.
  6. Estrus Suppression in Dogs. Veterinary Clinics of North America Small Animal Practice. 2018.
  7. Long-term effect of repeated deslorelin acetate treatment in bitches for reproduction control. Theriogenology. 2021.
  8. Pyometra in Small Animals. Veterinary Clinics of North America Small Animal Practice. 2018.
  9. The metabolic differences of anestrus, heat, pregnancy, pseudopregnancy, and lactation in 800 female dogs. Frontiers in Veterinary Science. 2023.
  10. Behavioural risks in female dogs with minimal lifetime exposure to gonadal hormones. PLoS ONE. 2019.