Mittelmeerkrankheit beim Hund: Symptome, Diagnose & Behandlung

Mittelmeerkrankheit beim Hund: Welche Länder gefährlich sind, wie Leishmaniose & Co. erkannt werden und was die Behandlung kostet. Mit Prophylaxe-Vergleich.

Jeder dritte Hund, der aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland kommt, trägt mindestens einen gefährlichen Erreger in sich — oft ohne dass sein Besitzer es ahnt.[5] Die sogenannte Mittelmeerkrankheit ist kein einzelnes Leiden, sondern ein Sammelbegriff für mehrere Infektionskrankheiten, die durch Stechmücken, Zecken und andere Parasiten übertragen werden. Die bekannteste und gefürchtetste davon ist die Leishmaniose — eine Erkrankung, die nicht heilbar ist, aber mit der richtige Therapie gut kontrolliert werden kann.

Das Wichtigste auf einen Blick
  1. Kein Notfall, aber ernst: Die Mittelmeerkrankheit verläuft oft schleichend — unbehandelt kann sie tödlich sein, behandelt lässt sich die Lebensqualität meist deutlich verbessern.
  2. Haupterreger: Leishmaniose (durch Sandmücken), Ehrlichiose, Babesiose und Herzwurm — oft treten Koinfektionen auf.
  3. Risikogruppen: Hunde aus oder nach Reisen in Mittelmeerländer, Südosteuropa, Nordafrika und den Nahen Osten.
  4. Symptome: Gewichtsverlust, Hautveränderungen, geschwollene Lymphknoten, Nasenbluten, Nierenproblem — oft erst Monate nach der Infektion sichtbar.
  5. Diagnose: Blutbild, Serologie und PCR beim Tierarzt — ein Schnelltest allein reicht nicht.
  6. Prophylaxe wirkt: Insektizid-Halsbänder reduzieren das Leishmaniose-Risiko um bis zu 90 %.[8]

Was steckt hinter dem Begriff „Mittelmeerkrankheit“?

Der Begriff ist medizinisch nicht präzise — er beschreibt keine einzelne Diagnose, sondern eine Gruppe von Infektionskrankheiten, die in Mittelmeerregionen endemisch sind und durch blutsaugende Arthropoden übertragen werden. Wenn Tierärzte von der Mittelmeerkrankheit sprechen, meinen sie meist einen von vier Erregern oder deren Kombination:

Alle Hunde

Leishmaniose

Erreger: Leishmania infantumÜberträger: Sandmücken (Phlebotomus spp.)Verlauf: Chronisch, nicht heilbar, aber kontrollierbarBesonderheit: Zoonose — kann auf Menschen übertragen werden

Alle Hunde

Ehrlichiose

Erreger: Ehrlichia canisÜberträger: Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)Verlauf: Akut bis chronisch, gut behandelbarBesonderheit: Zerstört Blutplättchen — Blutungsneigung

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Babesiose

Erreger: Babesia canis / B. gibsoniÜberträger: ZeckenVerlauf: Akut lebensbedrohlich möglichBesonderheit: Zerstört rote Blutkörperchen — schwere Anämie

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Herzwurm (Dirofilariose)

Erreger: Dirofilaria immitisÜberträger: StechmückenVerlauf: Schleichend, Herzschäden im SpätstadiumBesonderheit: In Deutschland noch selten, aber zunehmend

Bei importierten Hunden treten diese Erkrankungen häufig gemeinsam auf. In einer retrospektiven Studie mit 345 aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland importierten Hunden hatten 35 % mindestens einen Erreger — Koinfektionen bei 8 % der Tiere.[5]

35 %

Aus dem Mittelmeerraum importierte Hunde tragen in mehr als jedem dritten Fall einen oder mehrere Krankheitserreger in sich — oft ohne sichtbare Symptome.

Parasites & Vectors, 2019

In welchen Ländern ist das Risiko am höchsten?

Das ist die Frage, die fast kein Konkurrenzartikel beantwortet — dabei ist sie für jeden Urlauber mit Hund entscheidend.

Autochthone Leishmania-infantum-Infektionen wurden in 22 europäischen Ländern dokumentiert.[3] Die höchste Inzidenz haben Albanien, Montenegro, Malta, Griechenland, Spanien und Nordmazedonien. Aber auch Portugal, Italien (besonders Süditalien und Sizilien), Kroatien und Teile der Türkei gelten als Risikogebiete.

Region Leishmaniose-Risiko Weitere relevante Erreger
Spanien, Portugal Sehr hoch Ehrlichia, Babesia, Herzwurm
Griechenland, Albanien, Nordmazedonien Sehr hoch Ehrlichia, Babesia
Süditalien, Sizilien, Sardinien Hoch Ehrlichia, Herzwurm
Kroatien, Montenegro Mittel bis hoch Ehrlichia, Babesia
Türkei, Zypern Hoch Ehrlichia, Babesia
Nordafrika (Marokko, Tunesien, Ägypten) Sehr hoch Ehrlichia, Herzwurm
Naher Osten Sehr hoch Ehrlichia, Babesia, Herzwurm
Frankreich (Südküste, Korsika) Mittel Ehrlichia, Babesia

Wichtig: Das Risiko ist nicht auf Urlaubsregionen begrenzt. Klimawandel und Reiseverkehr verschieben die Grenzen.[4] Sandmücken wurden bereits in Teilen Süddeutschlands und der Schweiz nachgewiesen. Wer einen Hund aus dem Ausland adoptiert, sollte das unabhängig vom Herkunftsland im Hinterkopf behalten.

Leishmaniose: Die häufigste und komplexeste Mittelmeerkrankheit

Leishmaniose verdient einen eigenen Abschnitt — nicht weil die anderen Erkrankungen weniger ernst sind, sondern weil sie die häufigste, am schwierigsten zu diagnostizierende und am schwierigsten zu behandelnde ist. Im Mittelmeerraum sind im Durchschnitt 16 % aller Hunde seropositiv.[7]

Wie die Infektion funktioniert

Sandmücken sind winzig — kleiner als eine Mücke, lautlos, nachtaktiv. Sie stechen besonders in den Abend- und Nachtstunden von Mai bis Oktober. Beim Stich injizieren sie Leishmania-Parasiten in die Haut. Diese befallen Makrophagen (Immunzellen), vermehren sich darin und breiten sich über das Lymphsystem in Organe aus: Milz, Leber, Knochenmark, Nieren. Das Immunsystem reagiert mit massiver Antikörperproduktion — die Antikörper lagern sich in Nierengefäßen ab und verursachen dort Schäden. Genau das macht die Erkrankung so tückisch: Sie zerstört von innen, während der Hund nach außen noch gesund wirkt.[2]

Wann zeigen sich Symptome?

Das ist das größte Problem bei der Früherkennung. Die Inkubationszeit beträgt Monate bis Jahre. Ein Hund, der im Sommer in Spanien infiziert wurde, kann erst im nächsten Frühjahr — oder noch später — klinische Zeichen zeigen. Manchmal bleiben infizierte Hunde jahrelang asymptomatisch.

Symptome der Leishmaniose — konkret

  • Gewichtsverlust trotz normalem Appetit: Oft das erste Zeichen — der Hund frisst, nimmt aber trotzdem ab
  • Schuppige, trockene Haut mit Haarausfall: Typischerweise um Augen, Ohren und Schnauze — oft symmetrisch
  • Nasenbluten (Epistaxis): Spontan, ohne äußere Ursache — entsteht durch Gerinnungsstörungen
  • Geschwollene Lymphknoten: Besonders unter dem Kiefer und hinter den Knien tastbar
  • Lange, brüchige Krallen: Ungewöhnlich schnelles Krallenwachstum ist ein klassisches Zeichen
  • Apathie und Leistungsabfall: Der Hund ist weniger aktiv, schläft mehr
  • Erhöhter Durst und häufiges Urinieren: Hinweis auf Nierenbeteiligung
  • Augenentzündungen: Uveitis, Bindehautentzündung — oft unterschätzt

Ist die Mittelmeerkrankheit ansteckend für Menschen?

Ja — aber mit einer wichtigen Einschränkung. Leishmaniose ist eine Zoonose: Der Erreger kann vom Hund auf den Menschen übertragen werden. Allerdings nicht direkt. Die Übertragung erfolgt ausschließlich über den Stich einer infizierten Sandmücke — nicht durch Körperkontakt, Lecken oder gemeinsames Schlafen.[2]

Das bedeutet: In Deutschland ist das Übertragungsrisiko für Menschen durch einen infizierten Hund derzeit sehr gering, weil die Sandmücke als Überträger hier (noch) kaum vorkommt. In Endemiegebieten — also im Urlaub — sollten Menschen mit geschwächtem Immunsystem (HIV, Chemotherapie, Immunsuppression) besondere Vorsicht walten lassen.

Ehrlichiose und Babesiose werden durch Zecken übertragen und gelten beim Hund nicht als direkte Zoonosen. Herzwurm ist nicht von Hund zu Mensch übertragbar.

Diagnose: Was der Tierarzt untersucht

Ein Schnelltest aus der Apotheke oder ein einfacher Antikörpertest reicht für eine zuverlässige Diagnose nicht aus. Typische Laborbefunde bei Leishmaniose sind nichtregenerative Anämie, Thrombozytopenie, Proteinurie und Hyperglobulinämie — diese Kombination ist charakteristisch, aber nicht beweisend.[6]

Untersuchung Was sie zeigt Wann sinnvoll
Blutbild + Differentialblutbild Anämie, Thrombozytopenie, Entzündungszeichen Immer als Erstes
Blutchemie (Protein, Albumin, Globulin) Hyperglobulinämie, Hypoalbuminämie Immer
Urinuntersuchung Proteinurie als Nierenschaden-Marker Immer
Quantitative Serologie (IFAT) Antikörpertiter gegen Leishmania Goldstandard für Diagnose und Verlaufskontrolle
PCR (Blut, Knochenmark, Lymphknoten) Direkter Erregernachweis Bei niedrigem Titer oder Therapiekontrolle
Knochenmark- oder Lymphknoten-Zytologie Direkter Parasitennachweis Bei unklarer Serologie
Schnelltest (ELISA) Orientierend, nicht quantitativ Nur als Screening, nicht zur Therapieentscheidung

Für Ehrlichiose, Babesiose und Herzwurm gibt es eigene serologische Tests und PCR-Verfahren. Bei einem Hund aus dem Mittelmeerraum empfehlen viele Tierärzte ein Screening-Panel, das alle vier Erreger gleichzeitig abdeckt — sinnvoll, weil Koinfektionen häufig sind.

Behandlung: Was möglich ist — und was nicht

Leishmaniose

Die Leishmaniose ist nicht heilbar. Der Parasit kann nicht vollständig eliminiert werden. Das Ziel der Therapie ist Remission: Der Hund soll klinisch gesund werden, der Erreger wird supprimiert. Die aktuellen WAVD-Konsensusrichtlinien von 2025 empfehlen zwei Erstlinienoptionen:[1]

Therapieoption Wirkstoffe Anwendung Besonderheit
Option 1 (Standard) Meglumin-Antimonat + Allopurinol Injektionen (4 Wochen) + Tabletten dauerhaft Injektionen oft in der Klinik
Option 2 Miltefosin + Allopurinol Tabletten täglich Nur oral — für Besitzer einfacher
Erhaltungstherapie Allopurinol allein Tabletten lebenslang Verhindert Rückfälle

Allopurinol wird in der Regel lebenslang gegeben. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen (alle 3–6 Monate) sind notwendig, um den Therapieerfolg zu überwachen und Nebenwirkungen zu erkennen. Allopurinol kann bei Langzeitgabe Xanthin-Urolithiasis verursachen — das Urin-Monitoring ist deshalb kein optionaler Luxus.

Ehrlichiose

Doxycyclin ist das Mittel der Wahl — üblicherweise für 28 Tage. Bei früher Diagnose ist die Prognose gut. Im chronischen Stadium mit Knochenmarkbeteiligung ist die Behandlung schwieriger und langwieriger.

Babesiose

Imidocarb-Dipropionat als Injektion, bei schwerer Anämie oft stationär mit Bluttransfusion. Akute Babesiose kann innerhalb von Stunden lebensbedrohlich werden — hier zählt jede Stunde.

Herzwurm

Melarsomin-Injektionen zur Adulticidtherapie, kombiniert mit Doxycyclin und Makrolaktamen. Behandlung ist aufwendig und risikobehaftet — sterbende Würmer können Lungenembolien verursachen. Strikte Bewegungseinschränkung für Wochen ist Pflicht.

Was kostet die Behandlung?

Erkrankung Diagnostik (ca.) Therapie (ca.) Laufende Kosten
Leishmaniose 150–300 € 500–1.500 € (Induktionsphase) 50–100 € / Monat (Allopurinol + Kontrollen)
Ehrlichiose 80–150 € 100–200 € (Doxycyclin-Kur) Keine bei Heilung
Babesiose 80–150 € 200–600 € (unkompliziert) Keine bei Heilung; mehr bei Komplikationen
Herzwurm 100–200 € 800–2.500 € Prävention: 30–60 € / Jahr

Diese Zahlen sind Richtwerte — die tatsächlichen Kosten hängen von Praxis, Region, Hund und Krankheitsstadium ab. Eine Tierkrankenversicherung, die Auslandserkrankungen einschließt, kann sich bei Reisehunden lohnen.

Prognose: Was bedeutet die Diagnose langfristig?

Bei Leishmaniose hängt die Prognose stark vom Stadium ab. Hunde im Frühstadium ohne Nierenbeteiligung haben bei konsequenter Therapie eine gute Lebenserwartung — viele leben noch viele Jahre. Mit fortgeschrittener Nierenerkrankung verschlechtert sich die Prognose deutlich. Rückfälle sind häufig, weshalb die lebenslange Erhaltungstherapie und regelmäßige Kontrollen so wichtig sind.[2]

Ehrlichiose und Babesiose sind bei rechtzeitiger Behandlung in der Regel heilbar. Herzwurm im Frühstadium ebenfalls — im Spätstadium mit Herzschäden bleiben Folgeschäden möglich.

Prävention: Was wirklich schützt

Hier gibt es einen klaren Evidenzunterschied zwischen dem, was nachweislich hilft, und dem, was nur plausibel klingt.

Gut belegt

Insektizid-Halsband (Imidacloprid/Flumethrin)

Meta-Analyse von 14 Studien mit 7.214 Hunden: 90 % Wirksamkeit gegen Leishmaniose (95 % CI: 80–96 %).[8] Muss vor Reiseantritt angelegt werden und während des gesamten Aufenthalts getragen werden.

Gut belegt

Permethrin-Spot-on

Repellierender Effekt gegen Sandmücken nachgewiesen. Kombiniert mit Halsband besonders wirksam. Achtung: toxisch für Katzen — nicht in Haushalten mit Katzen verwenden.

Gut belegt

Impfung (CaniLeish / Letifend)

Reduziert das Risiko einer klinischen Erkrankung bei Exposition. Kein 100-%-Schutz, aber sinnvolle Ergänzung für Hunde in Hochrisikogebieten. WAVD empfiehlt LiESP/MDP-Vakzine.[1]

Plausibel

Nachtruhe drinnen (20–24 Uhr)

Sandmücken sind dämmerungs- und nachtaktiv. Hunde nachts drinnen zu halten reduziert die Expositionszeit — aber Sandmücken können auch in Gebäude eindringen.

Weitgehend widerlegt

Kräutersprays / ätherische Öle

Keine kontrollierten Studien belegen eine relevante Schutzwirkung gegen Sandmücken. Kein Ersatz für Insektizid-Prophylaxe.

Screening nach der Reise

Wer mit dem Hund aus einem Risikogebiet zurückkommt, sollte frühestens 6 Wochen nach der Rückkehr einen Bluttest machen lassen — früher können Antikörper noch nicht nachweisbar sein. Bei adoptierten Hunden aus dem Mittelmeerraum empfiehlt sich das Screening-Panel unmittelbar nach der Ankunft und nochmals nach 3 Monaten.

Hund aus dem Ausland adoptiert?

Hunde aus Tierschutzorganisationen aus Spanien, Portugal, Griechenland, Rumänien oder anderen Mittelmeer- und Südosteuropaländern haben ein erhöhtes Risiko, Träger von Mittelmeerkrankheiten zu sein — auch wenn sie klinisch gesund wirken. Ein vollständiges Screening beim Tierarzt direkt nach der Ankunft ist keine Vorsichtsmaßnahme, sondern Standard. Informiere auch deinen Tierarzt über die Herkunft des Hundes, damit er das richtige Panel anordnet.

Kann mein Hund die Mittelmeerkrankheit auf mich übertragen?

Leishmaniose ist eine Zoonose — aber die Übertragung erfolgt ausschließlich über den Stich einer infizierten Sandmücke, nicht durch direkten Kontakt mit dem Hund. In Deutschland ist das Risiko für Menschen derzeit sehr gering, weil die Sandmücke hier kaum vorkommt. Immungeschwächte Personen sollten in Endemiegebieten jedoch besondere Vorsicht walten lassen. Ehrlichiose, Babesiose und Herzwurm werden nicht direkt von Hund zu Mensch übertragen.

In welchen Ländern ist das Risiko besonders hoch?

Das höchste Risiko besteht in Albanien, Montenegro, Griechenland, Spanien, Portugal und Nordmazedonien. Aber auch Süditalien, Sizilien, Kroatien, die Türkei, Zypern, Nordafrika und der Nahe Osten sind Risikogebiete. Selbst Teile Südfrankreichs und Norditaliens sind betroffen. Die Grenzen verschieben sich durch den Klimawandel zunehmend nach Norden.

Mein Hund war im Urlaub in Spanien — wann soll ich zum Tierarzt?

Frühestens 6 Wochen nach der Rückkehr, damit Antikörper nachweisbar sind. Zeigt dein Hund vorher Symptome wie Gewichtsverlust, Hautveränderungen oder Nasenbluten, sofort. Auch ohne Symptome empfiehlt sich ein Screening-Bluttest nach jedem Aufenthalt in einem Hochrisikogebiet.

Ist Leishmaniose beim Hund heilbar?

Nein — der Parasit kann nicht vollständig eliminiert werden. Mit der richtigen Therapie (Meglumin-Antimonat oder Miltefosin plus dauerhaftes Allopurinol) erreichen viele Hunde eine klinische Remission und leben noch viele Jahre gut. Rückfälle sind möglich, weshalb lebenslange Kontrollen notwendig sind.

Welche Prophylaxe schützt am besten?

Insektizid-imprägnierte Halsbänder mit Imidacloprid und Flumethrin sind am besten belegt — sie reduzieren das Leishmaniose-Risiko um bis zu 90 %. Ergänzend empfiehlt sich ein Permethrin-Spot-on. Für Hunde in Hochrisikogebieten ist zusätzlich die Leishmaniose-Impfung sinnvoll. Kräutersprays oder ätherische Öle bieten keinen nachgewiesenen Schutz.

Was kostet die Behandlung einer Leishmaniose?

Die Induktionstherapie kostet je nach Medikament und Hund zwischen 500 und 1.500 Euro. Dazu kommen lebenslange Erhaltungskosten von etwa 50–100 Euro pro Monat für Allopurinol und regelmäßige Kontrolluntersuchungen. Diagnostik vor Therapiebeginn liegt bei 150–300 Euro.

Kann ein Hund mehrere Mittelmeerkrankheiten gleichzeitig haben?

Ja — Koinfektionen sind häufig. In einer Studie mit importierten Hunden hatten 8 % gleichzeitig mehrere Erreger. Das erschwert die Diagnose und die Therapie, weil jede Erkrankung separat behandelt werden muss. Ein Screening-Panel, das alle relevanten Erreger abdeckt, ist deshalb bei Hunden aus dem Mittelmeerraum sinnvoller als Einzeltests.

Quellen

  1. World Association for Veterinary Dermatology. World Association for Veterinary Dermatology Consensus Statement for Diagnosis, and Evidence-Based Clinical Practice Guidelines for Treatment and Prevention of Canine Leishmaniosis. Veterinary Dermatology. 2025.
  2. Canine Leishmaniasis: Update on Epidemiology, Diagnosis, Treatment, and Prevention. Veterinary Sciences. 2022.
  3. The estimated distribution of autochthonous leishmaniasis by Leishmania infantum in Europe in 2005–2020. PLoS Neglected Tropical Diseases. 2023.
  4. Spread of Leishmania infantum in Europe with dog travelling. Veterinary Parasitology. 2015.
  5. Retrospective evaluation of vector-borne infections in dogs imported from the Mediterranean region and southeastern Europe (2007–2015). Parasites & Vectors. 2019.
  6. Laboratory tests for diagnosing and monitoring canine leishmaniasis. Veterinary Clinical Pathology. 2016.
  7. Seroprevalence and risk factors of canine leishmaniasis in Mediterranean countries: A systematic review and meta-analysis (2000–2024). Research in Veterinary Science. 2025.
  8. Effectiveness of insecticide-impregnated dog collars in reducing incidence rate of canine visceral leishmaniasis: A systematic review and meta-analysis. PLoS ONE. 2020.